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Dr. med. Martin Pletscher, Hauptstrasse 85, 4102 Binningen, Tel: 061- 426 98 26, FAX: 061- 426 98 25
Neurodermitis Synonyme: endogenes Ekzem, atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, Säuglingsekzem Was ist eine Neurodermitis? starker Juckreiz äussert sich als Ekzem (Entzündung der Haut) an typischen Stellen schubweiser Verlauf gehört in die Gruppe der atopischen Erkrankungen (siehe Atopie) wird innerhalb der Familie vererbt Atopie = genetische Veranlagung Allergien zu entwickeln Zu den atopischen Erkrankungen gehören: Allergischer Schnupfen (z.B. Heuschnupfen) Allergisches Asthma  Neurodermitis Gewisse Formen des Nesselfiebers (Urtikaria) Nahrungsmittelallergien Diese Erkrankungen können zusammen oder nach einander auftreten. 40-60 Prozent aller Patienten mit Neurodermitis leiden an allergischem Asthma oder Heuschnupfen. Wie sieht eine Neurodermitis aus? Ausbildung von Ekzemen: Rötung, Schuppung, Kratzeffekte (Juckreiz) häufig betroffen sind: Hände, Füsse, Ellenbeugen und Kniekehlen, Gesicht, das Ekzem kann sich aber auch über den ganzen Körper ausbreiten die Haut ist generell sehr trocken Ursachen Es besteht eine genetisch bedingte Veranlagung. Verschiedene Faktoren, können die Neurodermitis provozieren oder verschlimmern: Jahreszeit: Verschlechterung häufig im Herbst und Frühjahr Psychischer Stress Hautreizungen durch Chemikalien, Putz- und Desinfektionsmittel (Spitalberufe), Dusch- und Waschmittel, häufige Schwimmbadbesuche Allergene: zum Beispiel in Nahrungsmitteln (Kuhmilch, Eier, Nüsse, Getreide, Soja) oder in der Luft (Pollen, Hausstaubmilben, Tiere) Infekte Verlauf Die Erkrankung ist gutartig. schubweiser Verlauf Der individuelle Verlauf ist nicht voraussehbar. In 90% entstehen die ersten Symptome vor dem 10. Lebensjahr. Eine Neurodermitis kann auch im Erwachsenenalter auftreten und wieder abheilen. spontane Ausheilung mit steigendem Alter (gute Prognose) In gewissen Fällen kann die Krankheit bis ins 20. Alterjahr oder länger dauern. Eine gewisse Empfindlichkeit bleibt lebenslang. Die Haut bleibt trocken und ist pflegebedürftig. Es können sich ein Heuschnupfen und/oder ein allergisches Asthma entwickeln. Die Haut des Atopikers hat eine gestörte Schutz- und Abwehrfunktion: Häufige Infektionen mit Warzen- und Dellwarzen (Mollusken), Viren, Hautpilzen und Bakterien sind das Resultat.   Therapie Pflege der Haut Die Haut der Neurodermitiker ist trocken, spröde, schuppig und rau. Die Talgdrüsen produzieren zu wenig Talg, sodass sich kein flächenbildender Fettfilm bilden kann. Mit einer guten Pflege wird die Haut wieder geschmeidig, der Juckreiz wird reduziert und den entzündlichen Schüben wird vorgebeugt. Hautreinigung Medizinische Ölbäder reinigen die Haut am schonendsten. Wichtig ist, dass die Wassertemperatur nicht zu hoch ist (32 bis 37 Grad). Das Bad sollte nicht länger als 10 Minuten dauern. Zur Reinigung eignen sich synthetische Seifen (Wasch-Syndets), die sich durch einen hautfreundlichen neutralen bis sauren PH auszeichnen. Hautfettung Es gibt viele geeignete Produkte. Ein generelles Pauschal-Pflegepräparat existiert nicht. Als Patient werden Sie mit der Zeit das Gefühl für das richtige Produkt mit dem entsprechenden Fettungsgrad entwickeln. Denken Sie dran:  Auf einer entzündeten Haut kann jede Salbe reizen. Rein fettende Präparate beeinflussen die Entzündung nur marginal, da sîe nicht entzündungshemmend sind.           Vor der Hautfettung                                         nach Hautfettung              Entzündungshemmende Salben und Cremen Leidet die Haut zunehmend an Ekzemen entsteht ein Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen. Dadurch wird die Entzündung und der Juckreiz verstärkt und es bilden sich nässende und eitrige Hautläsionen (Verletzungen). Damit sich Mensch und Haut wieder regenerieren können und die Ekzeme nicht chronisch werden, müssen die Ekzemschübe kurzfristig behandelt werden. Die beste entzündungshemmende Substanz ist Cortison. Wird Cortison lokal angewendet, sind die Nebenwirkungen minim. Besonders geeignet sind neue Präparate der 4. Generation (z.B. Elocom, Advantan, Prednitop). Für das Gesicht werden mit Vorteil schwache Produkte verwendet. Diese Produkte reduzieren auch den quälenden Juckreiz sehr effektiv (siehe auch das Kapitel Cortison). Eine neue Generation von neuen Salben Seit 2003 sind neue Salben zugelassen, die ab dem 2. Lebensjahr verabreicht werden dürfen. Diese Salben entwickeln eine ähnlich effiziente Wirkung gegen die Neurodermitis wie Cortisonsalben. Sie enthalten kein Cortison, haben deshalb auch nicht die für Cortionssalben typischen Nebenwirkungen und sind eine durchaus gute Alternative. Die häufigste Nebenwirkung ist eine vorübergehendes Brennen der Haut, das aber nach ca. 15 Minuten wieder verschwindet. Die Haut gewöhnt sich zudem rasch an diese Substanzen. Die beiden in der Schweiz zugelassenen Substanzen heissen Protopic und Elidel. Medikamente gegen den Juckreiz Sogenannte Antihistaminica haben in Tablettenform oder als Sirup einen juckreizstillenden Effekt. Zur abendlichen Einnahme werden Medikamente der ersten Generation empfohlen. Sie machen zusätzlich müde und erleichtern den Schlaf (z.B. Fenistil, Tavegyl, Phergan, etc.).  Antihistaminica der neuesten Generation haben diesen (Neben-) Effekt nicht mehr. Sie können auch tagsüber eingenommen werden und behindern das Fahrvermögen oder die Schulleistungen nicht. Diese Medikamente haben nur einen unterstützenden Effekt und ersetzten die Salbentherapie nicht. Zudem helfen sie nicht in allen Fällen. Lichttherapie Eine natürliche oder ärztlich kontrollierte Lichttherapie mit UVA, Schmalband-UVB und deren Kombination wird bei der Neurodermitis mit Erfolg eingesetzt. Regelmässige Solariumsbesuche oder die Nutzung eines Heimsolariums werden nicht empfohlen. Es besteht die Gefahr der Hautschädigung. Die Dosis und die Strahlenqualität ist zudem oft zu wenig definiert. Neurodermitiker profitieren von Ferien in südlichen Gefilden. Meerwasserbäder werden als angenehm empfunden. Sonnenbrände sind aber unbedingt zu verhindern.   dies ist kein Fusspilz sondern eine Typische Variante der Neurodermitis Oft gefragt Nützen Alternativtherapien? Es gibt eine grosse Anzahl von Methoden wie (z.B. Akupunktur, Homöopathie, etc.).  "Alternative" Behandlungsmethoden sind oft wissenschaftlich wenig belegt. Sie wirken aber manchmal trotzdem. Beurteilen Sie diese Methoden kritisch und versuchen Sie bei Misserfolgen die schulmedizinischen Therapien. Diese sind punkto Wirkung und Nebenwirkung belegt! Abzuraten ist von Bioresonanz, cytotoxischen Bluttesten, Haarwurzelanalysen, etc. Sobald cortisonhaltige Salben abgesetzt werden, verschlimmern sich die Krankheitssymptome wieder. Warum? Da die Neurodermitis einen genetischen Ursprung hat, ist leider nur eine Symptomtherapie möglich. Setzt man eine Behandlung ab, wenn die Neurodermits noch aktiv ist, sind Rückfälle programmiert. Die Neurodermitis verläuft schubartig und es muss solange therapiert werden, bis der Schub vorbei ist. Was ist von Diäten zu halten? In der Regel wird der Einfluss der Nahrung auf die Neurodermitis überschätzt. Neurodermitiker haben aber gehäuft Nahrungsmittelallergien (betrifft vor allem junge Patienten). Wichtig ist eine genaue Allergiediagnose (typische Krankengeschichte, Hautteste, Blutteste). Gewarnt werden muss von zweifelhaften Diagnoseverfahren (z.B. Bioresonanz, Haaranalysen, etc.). Sie führen zu unsinnigen und einschneidenden Therapien und können im extremen Fall zu Fehlernährungen führen.
Neurodermitis
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